Question RAP (FAQ)

Der Einstieg



Ich habe in der vierten Klasse begonnen Schach zu spielen. Mit 19 kam ich dann zum Backgammon. Poker war für mich die logische Fortsetzung. Vom ersten Tag an habe ich um Geld gepokert, das war im Jahr 1991. Nachdem ich neun Jahre lang meinen Job als Informatiker und Poker gleichzeitig betrieben habe, hatte ich kaum mehr Zeit für Freunde und Familie. Da habe ich beschlossen, dass ich professioneller Pokerspieler werde. Ich könnte mir heute nicht mehr vorstellen einem „normalen“ Beruf nachzugehen.

Das Lieblingsspiel



Im Live Cash Game ist mir Pot Limit Omaha das Liebste, weil es da die meiste Action gibt. Bei Live Turnieren bevorzuge ich die Variante No Limit Hold’em. Online spiele ich 4-8 Tische gleichzeitig, meistens shorthanded No Limit Hold’em. Da komme ich dann auf 500-700 Hände die Stunde. Das wäre im Pot Limit Omaha nicht möglich.

Online oder Live



Da ich zuhause Familie habe und auch ein Familienmensch bin, hält sich meine Zeit die ich mit Online-Poker verbringe in Grenzen. Ich versuche sowenig wie möglich zu spielen, dafür aber intensiv. Online ist ein gutes Training für das Live Spiel.

Turnier oder Cash Game



Ich denke, dass ich beide Varianten sehr stark spiele, aber prinzipiell machen mir Turniere mehr Spass, vor allem wenn es läuft. Ich liebe es Turniere zu gewinnen. Ich würde sofort drei zweite Plätze gegen einen ersten Platz tauschen. 
Cash Game ist einfacher zu spielen, weil man sein Spiel weniger anpassen muss. Ich würde es so formulieren: Cash Game ist Arbeit, Turnier ist Vergnügen.

Das Training



Ich halte das Online-Spiel für ein gutes Training. Ich bin auch immer sehr interessiert, wenn ein neues Poker-Buch auf den Markt kommt. Die neusten Publikationen lese ich eigentlich immer. Hauptsächlich damit ich weiß, wie andere denken und irgendetwas kann man für sein eigenes Spiel aus jedem Buch mitnehmen, auch als Pro. Zusätzlich sollte man immer darauf achten, dass man körperlich und mental fit bleibt. Das ist auch am Pokertisch sehr wichtig.

Die Strategie



Im Poker gibt es kein Patentrezept. Ich lege mir meine Spielweise je nach Struktur und Gegner zurecht. Wenn ich mit Gegnern spiele die ich beeinflussen kann, dann spiele ich viel aggressiver, als wenn ich gegen versierte Spieler antrete, die man allerdings in der Schweiz nur selten trifft. Oft muss man auch während eines Turniers seine Strategie wechseln, um nicht durchschaubar zu werden. 
In der Schweiz versuche ich von meinem Image als guter Spieler zu profitieren und spiele daher viel dominanter und aggressiver als bei internationalen Turnieren.

Der größte Erfolg



Mein größter Erfolg ist der Sieg meiner Frau bei den Master Classics of Poker in Amsterdam im Jahr 1999. Sie hat es damals geschafft, den amtierenden Europameister Alex Kong im Heads-up zu schlagen. Für mich als Spieler ist der größte Erfolg mein geteilter Sieg - auch in Amsterdam - gewesen sowie ein paar schöne Siege in Österreich.

Die Durststrecke



Ja die hatte ich bereits – sagenhafte 17 Monate lang. Da muss man schon sehr von seinem Können überzeugt sein, gute Kollegen haben die einem zur Seite stehen und natürlich die finanziellen Mittel, um so eine Zeitspanne zu überstehen. Unterdessen weiß ich, was möglich ist und mit dem Internet kann man ziemlich viel an Varianz aufholen.

Die Faszination



Am Poker fasziniert mich, dass ich es von überall aus spielen kann. Von zuhause, wo es am gemütlichsten ist, in so traumhaften Orten wie Monte Carlo oder so pulsierenden Städten wie Las Vegas. Außerdem ist es ein Spiel, dass jeder spielen kann, egal ob arm oder reich, jung oder alt. Es zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten.

Stärken und Schwächen



Meine Stärke ist sicherlich meine Vielseitigkeit in Bezug auf das Pokern. Ich spiele sowohl Turnier als auch Cash Game, Live wie Online und ich beherrsche fast alle Pokervarianten auf hohem Niveau. Meine Schwäche ist, dass ich zuviel um die Ohren habe und mich nicht voll aufs Pokern konzentrieren kann.

Skills



Oft werde ich gefragt, welche Eigenschaften man als Pokerspieler benötigt. Ich denke dazu gehören natürlich mathematisches Verständnis, Intelligenz, Ausdauer und Disziplin, aber auch ein gesundes Umfeld, in das man sich in schlechten Phasen zurückziehen kann und eine große Bankroll um die Verluste abfedern zu können. 
Wer mit dem Gedanken spielt, in die Profiszene einzusteigen sollte sich mindestens 40 – 60 Stunden pro Woche mit Poker beschäftigen - spielen, lesen, mit besseren Spielern reden, analysieren.

Pokeraction.ch



Die Idee eine Pokerinformationsseite mit Schweizer Fokus ins Leben zu rufen, kam sehr spontan. Bevor ich mit pokeraction.ch angefangen habe, habe ich neun Jahre lang Backgammon als Präsident und Webmaster betreut. Diese Aufgabe habe ich im Herbst 2006 zurückgelegt und eine Woche später mit pokeraction.ch angefangen. Ich brauche das auch als Ausgleich zum Spielen. Ich war noch nie der reine Spieler. Außerdem hatte ich den Ehrgeiz die größte Pokerinformationsseite in der Schweiz zu machen, mit wenigen Mitteln. Das ist mir auch gelungen.

Das Erfolgsgeheimnis



Ich habe ein großes Spielverständnis, das ich mir durch jahrelange Erfahrung und harter Arbeit aufgebaut habe. Dazu laufe ich so gut wie nie tilt, versuche besonnen und konstant zu spielen. Lieber 30 Tage lang 300 gewinnen, als an einem Tag 20.000, nur um dann am nächsten Tag wieder 18.000 zu verlieren.

Der gute Rat



Laien und Anfänger sollten auf dem Boden bleiben, auch wenn sie gerade mal eine Erfolgssträhne haben. Der Gegenlauf kommt bestimmt. Die Devise heißt: lesen, spielen, lesen, spielen, fragen, unterhalten, analysieren, üben und das über Jahre.